In 2017 hatte David einen Traum. Er sah Jörg (Papa) und sich selbst an einem Dach arbeiten. Sie waren gut dabei und es wurde ein steiles großes Dach. Alles sah super aus, aber dann begann es zusammenzusinken, weil die Basis nicht stabil genug war.

Wir haben diesen Traum damals als Warnung verstanden, nicht zu schnell zu bauen und vor allem auch für ausreichende Fundamente zu sorgen. Wir haben uns manches Mal in den vergangenen Jahren mit einem Lächeln gegenseitig daran erinnert. Wenn wir heute sehen, wie Ot Pa Wora sich entwickelt hat, dann hat das sicher auch damit zu tun. Wir blicken auf ein gutes starkes Fundament. Die Arbeit dort wächst, wie die Ugander sagen, “slow by slow”.

Wie ist Ot Pa Wora entstanden?

Wir haben von 2016 bis 2020 in Uganda gelebt und wir teilten unser Leben unter anderem mit David, unserem damaligen Gartenarbeiter, mit allen Höhen und Tiefen. Zu einem Zeitpunkt, an dem wir schon beinahe aufgegeben hatten, fand David schliesslich in seine Berufung und beschloss, gemeinsam mit seiner Familie, nach Abakadyak zu gehen, um dort mit den Waisenkindern sein Leben zu teilen, wie wir es mit ihm gemacht haben.

Es ist so cool, zu erleben, wie Gott dort mit ihm Gemeinde baut. Es hat so viel mehr Kraft, als wenn wir die gleichen Dinge dort tun und lehren würden. 

David trifft alle Entscheidungen selbst und wir merken, wie er immer sicherer wird und bewusst Verantwortung übernimmt.

Annet, seine Frau hat entdeckt wie sehr insbesondere Frauen und Mädchen dort traumatisiert sind und möchte gern seelsorgerisch geschult werden.

Es wird geredet über Ot Pa Wora! Die Nachbarn entdecken, wie sich Atmosphäre verändert und rund um Ot Pa Wora Friede wächst. Wir sind so froh, dass sie endlich entdecken, was wir versucht haben ihnen zu bringen.

Das kleine Gemeinschaftshaus entwickelt sich zu einem Zentrum für Konflikt-Management. Immer wenn das Getratsche überhand nimmt oder Konflikte aufflammen, ruft David die Menschen in diesem Haus zusammen und sie beginnen, unter seiner Anleitung, zu reden anstatt zu kämpfen und sich auszugrenzen. Erstaunlich, wie David ganz natürlich zu einer anerkannten Autorität geworden ist.

Das umso mehr, wie die Menschen in dem kleinen Dorf entdecken, dass die Veränderung nicht an uns Weissen hängt, sondern sich fortsetzt und verstärkt, seit dem wir nicht mehr permanent in Otacpab sind.

Wir verstehen uns als Katalysatoren und so gebraucht uns Gott.