Acholi ist eine Ethnie mit etwa zwei Million Angehörigen, die östlich des Weißen Nils im Norden Ugandas in den Distrikten Gulu, Kitgum,  Lamwo und Pader sowie eine kleine Minderheit im südlichen Südsudan lebt. Die Region wird daher auch Acholiland genannt. Die Angehörigen der Acholi sprechen die nilotische Sprache Acholi. Die am nächsten verwandten Gruppen sind die Langi, Alur, Luo und Schilluk. Südlich des Nils werden in Uganda bantu basierte Sprachen gesprochen

Ihre Religion ist heute meist das Christentum (anglikanisch oder katholisch), zum Teil auch der Islam. Es haben sich aber starke Elemente der alten Religionen mit Schutzgeist- und Ahnenverehrung gehalten und Eingang in die Gemeinden gefunden. In der 1986 von der ethnischen Acholi Alice Lakwena begründeten kriegerischen Bewegung Holy Spirit Movement gehen viele religiöse Mischformen von Christentum, Ahnenkult und Islam ein. 

Sie siedeln in runden Hütten mit spitz zulaufenden Dächern. Die Innenwände sind mit Lehm verputzt und mit rotem, weißem und grauem Dekor verziert.

Sie gehen mit Netzen und Speeren auf die Jagd und halten Ziegen, Schafe und Rinder. Im Kampf wurden Speere und lange, schmale mit Giraffen- oder Ochsenhaut bespannte Schilde verwendet. Viele haben ihre traditionelle Lebensweise allerdings aufgegeben, insbesondere seit Beginn des Rebellenkampfes der Lord’s Resistance Army unter Joseph Kony, einem Acholi. Nahezu alle Acholi wurden vertrieben und mussten lange Jahre in zahlreichen Flüchtlingscamps IDP-Camps leben.

Während der britischen Kolonialherrschaft über Uganda konzentrierte sich die Industrialisierung auf den Süden des Landes, während der Norden mit dem Gebiet der Acholi relativ wenig Beachtung empfing.

Tief verwurzelten Ahnenkulte und ähnliche Riten, die intensiv gepflegt werden, verschreckten die Kolonialisten.

Die Acholi machten aber einen Großteil der Angehörigen des Militärs aus. Der wachsende Gegensatz führte zu einem Staatsstreich der Acholi unter General Tito Okello. Dieser wurde aber von der National Resistance Army unter dem heutigen Präsidenten Yoweri Museveni niedergeschlagen. Die Mehrheit der Parlamentarier aus Acholiland sind Mitglieder der Opposition.

Diese Gegensätze und die Benachteiligung des Nordens findet auch weiterhin Niederschlag in der Kinderarmut (siehe hier).

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